Samstag, 23. Februar 2013

Ayrton Sennas Cousine


Tag 4               Foz de Iguacu - Dourados              506 km

Wir starten mitten in der Nacht. Wecker um 4.45 h, Abfahrt 5.30 h. Es ja Urlaub. Der Grund für die Nachtschicht sind Sprengarbeiten am Weg. Wir müssen vor 9 h an Kilometer 175 vorbei sein. Danach wird die Straße gesperrt und 100 km Umweg rutschen ins Roadbook.
Vollgas gleich am Morgen. Diesen Pritschenwagen sahen wir nur kurz.
Das Rot Afrikas. Sobald man sie etwas ankratzt scheinen
Afrika und Südamerika ziemlich ähnlich zu sein.

 Es kann nur an der frühen Stunde liegen, dass wir uns in der Weltstadt Foz de Iguacu so was von verfahren. Nach 40 Minuten Irrfahrt finden wir zurück zum Hotel und beginnen von vorne. Diesmal klappt es, wir machen verlorene Zeit mit Serienbestzeiten wett. Um halb Neun passieren wir die kritische Stelle, danach Kindergeburtstag.

Kurze Rast nach dem Morgenstress. Herr Direktor ist gut in Schuss, und die beiden Passagiere erst.
Grundstück zu verkaufen. Für den, der sich in Brasilien selbständig machen will, kann das
die Glücksnummer sein. Nur noch die Ländervorwahl +55 davor und schon rollt die Kugel.

Paraguay ist nur einen Hupfer entfernt und wird von den Brasileros gerne
wegen günstiger Unterhaltungselektronik aufgesucht.
Heute keine Sonderprüfung, eine reine Transportetappe von A nach B. Es geht entlang der Grenze zu Paraguay. Wir sehen viel Landwirtschaft, praktisch jeder Fleck Boden ist kultiviert. Weites, fettes Land.

Landwirtschaft überall. Nicht nur die Äcker werden mit Monstermaschinen und
Hi-Tech-Düngern behandelt, auch die Verarbeitung der Rohstoffe ist groß. Das hier
etwa ist eine Geflügelfarm, und da hängt links und rechts vom Fotos noch einiges dran.

 Die Fahrt bleibt ereignislos. Bis auf die beiden Selbstmörder. Innerhalb von nur 15 Minuten donnern sie in unser Auto. Ganz offensichtlich haben sie auf einen flotten blauen Mercedes gewartet, um vom Straßenrand aus ihr Vorhaben umzusetzen. Der erste stirbt an unserem linken Scheinwerfer, der zweite knallt mitten auf die Windschutzscheibe. Die Federn kleben noch zwanzig Kilometer später am Glas.


Man darf nicht vergessen anzumerken, dass Brasilien dem Vielfahrer ganz tolle Straßen bietet.
Der fahrerische Höhepunkt des Tages ist die Überquerung der Ayrton-Senna-Brücke. Mit 3,5 Kilometern Länge ein würdiges Monument für den verblichenen Champion. Heinz Prüller ist entzückt, als Hans ihn während wir drüber fahren anruft und ihm diese Frohbotschaft übermittelt. Hans ist nach dem Telefonat dagegen enttäuscht. Er hat erwartet, dass ihn Prüller mit Hintergrundwissen versorgt. Etwa, dass die jüngere Cousine von Senna, die mit einem Zahnarzt aus Belem verheiratet ist, nur sieben Kilometer weiter wohnt und letztes Jahr ihren neuen Labrador auf den Namen Bonzo getauft hat. Aber es kam nichts.


Diesen Gefallen konnten wir dem Herrn Direktor nicht abschlagen.
Mit einem Mercedes auf einen Mocca in Mercedes.
Die Ayrton-Senna-Brücke. Heinz Prüller war entzückt, als Hans ihn anrief, während wir drüber rollten.
Mit einem Schnitt jenseits der 100 treffen wir um 13.30 h in Dorados ein. Würde man den Umkreisradius von Südamerika zeichnen, würde hier vermutlich der Zirkel stecken. Die Hauptstadt von Moto Grosso do Sul erwartet uns mit Nachmittagsglut. 38 Grad und wenig Schatten. Wir bleiben besser im Hotel.

Irgendwann im Lauf des Tages treffen wir üblicherweise auf die Ayres und fragen uns immer.....

..... wie wird denn Karen heute von vorne aussehen.

 Man glaubt nicht wie schnell vier Stunden mit einer schlechten Internetverbindung vergehen können. Zum Glück dürfen wir die Uhren nochmals um eine Stunde zurück stellen. Nicht die Winterzeit von der Winterzeit, sondern eine andere Zeitzone mitten durch Brasilien. Jetzt liegen wir fünf Stunden hinter Wien.

Rollen mit Bedacht. Das deutsche Duo Weiss/Schneiders in ihrem 1923 Austin.

Brasilien halt.
Im Fernsehen läuft Milan gegen Barcelona live im Nachmittagsprogramm. Abends tut sich hitzebedingt wenig. Kollektives Dinner ums Eck. Ein Essen zum schlank werden. Sogar das Bier fließt zäh. Genug Gründe schlafenzugehen.




Der hat sicher einen Großen.

Wir wissen noch immer nicht, was diese Haufen sollen. Termiten? Braille für Riesen? Fladen von Turbokühen?
Zuschriften, die der Lösung dienen, erwünscht.

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