Es lag nicht am minderwertigen Material seiner Uniform. Es waren die 32 Grad, die Hernans Hemd an seine Haut klebten, ohne einen trockenen Flecken frei zu lassen. Der Starter der ersten Great South American Challenge trug die Umstände mit Fassung, als er am Samstag um 8 h morgens den 1907er Itala von Karen und David Ayre einzählte und damit die Rallye beginnen ließ.
| Liz Wenman und Hernan entlassen die Schweizer Top-Favoriten Martin Egli und Thomas Kern auf die Piste. |
Das Rennen startet mit ungewohnter Contenance. Zum einen rechnet sich ohnehin jedes der nur 30 Teams Chancen aufs Podest aus, zum anderen dämpfte die Morgenhitze den Ehrgeiz spürbar. Der Herr Direktor wartet geputzt und geschneuzt in der Kolonne auf seinen Auftritt, geheilt von allen großen und kleinen Schmerzen.
| Vater und Sohn Stephenson aus Australien, ebenfalls Favoriten, Der Senior hätte vor drei Jahren mit dem 1923er Vauxhall um ein Haar die Peking-Paris gewonnen. |
| Nicht der Zuckerhut, aber auch nicht schlecht als Hintergrund fürs Erinnerungsfoto. |
| Das deutsche Favoritenteam Pohl/Peil montieren noch schnell die letzten unerlaubten Aerodynamik-Hilfen an ihrem grimmigen Boliden. |
| Und dann der Herr Direktor, gefasst wartend hinter dem nahezu unschlagbaren Schweizer Dreamteam Schlatter und Schlatter. |
Um 8.56 beginnt für uns die Reise. Der Direktor schnurrt los als müsste er zur Vorstandssitzung. Bald steht fest: Brasilien hat nicht nur gute Kicker, sondern auch makellose Straßen. Hans´ präzise Befehle verpuffen erstmals nach 50 km. Stau. Zehn Minuten schauen wir in die verschlafenen Gesichter anderer Autofahrer. Am Ende der Schlange schwitzen zwei Rallyekollegen am ersten Fahrstreifen mit offener Motorhaube. Kein SOS-Schild draußen, also brausen wir weiter Richtung Sao Paolo.
| Die ersten dreißig Kilometer eine Zuckerhutkopie nach der anderen. |
| Stop! Aber wirklich. |
| Unser erster Stau in Brasilien. Am Ende der Schlange entpuppten sich zwei Rallye-Kollegen als die Verursacher der Mühsal. |
| Kein Roadbook ist ihm zu langweilig, kein Kompass zu rund. Das macht den begnadeten Beifahrer aus. |
| Ein schwerer Unfall, nur Minuten bevor wir vorbeikommen. Mehrfacher Überschlag, das Gepäck wild verstreut. Am Straßenrand liegt ein abgedeckter Körper. |
| Viel Landschaft und tolle Straßen. Brasilien halt. |
| Nur damit klar ist, wo wir gerade sind. |
| Österreichischer Boxenstopp. Wo ist der Fahrer? |
| Noch mehr Märchenwelt, noch mehr Traumstraßen. |
Noch besser wird sie, als wir bald darauf Andi und Robert einholen. Kurzes Unterredung am Straßenrand. Der unvermeidliche Reise-Whiskey (diesmal ein 16-jähriger Malt von Isle of Jura) will aber nicht schmecken. Liegt etwas an den mittlerweile 37 Grad, viel mehr noch an der Null-Toleranz-Strategie der brasilianischen Polizei. Es gilt Nullkommanull am Steuer. Nicht als Empfehlung, das Limit wird knallhart eingefordert. Bei 0,1 wird das Auto beschlagnahmt. Wir stoßen wir lieber mit dem warmen Cola an.
| Die achtzehnte von insgesamt zweiunddreißig Buchten am Weg. |
| Deutsch-österreichische Freundschaft. Am Schuhwerk erkennt man die wahren Absichten. Und echt keine Ahnung, warum uns die Einheimischen immer wieder lange Hosen verkaufen wollen. |
Zu Hause ist für uns heute Maresias, ein kleiner Badeort nahe Sao Paolo. Er gilt als eines der besten Surfreviere Brasiliens. Uns jedoch alles egal, Hauptsache bald ins kühlende Wasser.
| Vielleicht liegt´s doch am Stoff der Uniform. Chefarzt Chris Lee bei einem schweißtreibenden Nebenjob. |
| Irgendwann hat man dann auch genug vom Paradies. |
In Wien schneit es, sagt Hans.
| Die Zielkurve. Nach achteinhalb Stunden in der Sauna kommt jetzt gleich der Aufguss. |
Burschen aus den alten Welten, ihr seid echte Helden!!! Fällt mir nicht leicht das mit 3 Rufzeichen zu betonen (Neiiid), aber ich glaube dem präsumtiven Sieger (is des Wort schweinisch?) kann man das nicht verweheren!!!!
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