Samstag, 16. Februar 2013

Warum wir jetzt sechs Wochen durch Südamerika fahren müssen

Versuch einer Rechtfertigung ...... ha, ha, ha, ha, ha!


Eigentlich wollen wir es ja beide immer jedem Recht machen. Aber manchmal geht das nicht. Manchmal muss man einfach tun, was einem der kleine, übermütige Affe auf der Schulter ansagt. Ohne Rücksicht auf Freundschaften, auf das Erbteil, auf die eigene Gesundheit.

Als wir vor langer Zeit mit unserem weißen Indianer von Peking nach Paris fahren wollten, in Usbekistan tragisch strandeten und schließlich mehr schlecht als Recht auf den Place Vendome einbogen, sagten wir uns: eine solche Tour machen wir nicht so bald wieder. Vielleicht gar nicht mehr. Unsere Verwandten waren erleichtert, die Hausbank schickte einen Geschenkkorb.

Dann schepperte vor einem Jahr dieses Mail im Posteingang. Zwei Tage später waren wir die Nummer Fünf auf der Nennliste für The Great South American Challenge. Sechs Wochen, 14.597 Kilometer, von Rio de Janeiro nach Ushuaia, am unteren Spitz von Patagonien, und das Ganze im europäischen Winter - allesamt Argumente, gegen die die Vernunft verliert.

Nicht, weil wir nachtragend sind, aber der Indianer kam für diese Exkursion nicht in Frage. Und das, obwohl er gerade jetzt in der Form seines Lebens ist. Er hat uns seit dem Desaster in Samarkand zwei Mal von London nach Edinburgh gebracht, zuletzt sogar in einem für Nicht-Briten aberwitzigen Tempo. Aber für die Anden brauchten wir eine frische Kraft.
Was soll man tun, wenn es der kleine Affe anschafft?
Zum Glück ist unser erprobter Freund Andi aus Marburg mindestens so verrückt. Wir geben also zwei Mercedes in Auftrag, beide aus den sechziger Jahren. Sein weißer mit Heckflosse schaut jetzt aus wie Dschingis Khan, unserer in gediegenem Dunkelblau kam nach der Operation daher wie ein Kommerzialrat. Und obwohl unter seiner Motorhaube das Herz eines Holzhackers schlägt, zwang uns sein seriöses Auftreten den einzig möglichen Namen auf: Herr Direktor.

Herr Direktor kam verspätet. Wahrscheinlich weil er unserer ist. Mit wenig Praxis in den Rädern ging er dann Mitte Dezember in Rotterdam an Bord Richtung Südamerika.

Wir sind ihm am 11. Februar nachgereist, natürlich gerade zum ungünstigsten Zeitpunkt, den es gibt. Aber was soll man tun, wenn es der kleine Affe anschafft.

















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