Dienstag, 5. März 2013

Besuch beim Sonnengott

Tag 11               Puno - Cusco               471 km
 
 
Ich habe das Schlafen verlernt. Heute bin ich um 5.45 aufgewacht und packe jetzt meine Sachen. Völlig ohne Wecker und Not. Diese Reise beginnt, meine Persönlichkeit zu verändern. Oder ist es Hans, der Frühaufsteher? Oder setzt  sie jetzt doch ein, die senile Bettflucht? Jedenfalls stehe ich um 6.30 Uhr fixfertig vor der Tür und schlürfe am Coca-Tee, der in der Lobby als Gratismedizin angeboten wird.

Öko-Taxi in Puno. Bergauf kostet der Kilometer das Doppelte.

Die Rallye startet für uns um 8.26. Die erste Sonderprüfung beginnt gleich eine halbe Stunde danach. Diesmal geht's nicht um Speed, sondern um Gleichmäßigkeit. Es warten sechs Testpunkte auf  32 km verteilt. An zwei davon wird geheim das vorgegebene Durchschnittstempo erfasst. Ziel ist, auf die Sekunde die jeweilige Messlinie zu erreichen.
 
Jede Sekunde früher oder später bringt eine Strafsekunde. Wer die wenigsten Strafsekunden pro Tag sammelt, bekommt einen Punkt. Der zweitbeste zwei Punkte und so weiter. Mehr als fünf Punkte pro Tag kann niemand ausfassen, auch wenn er den ganzen Tag im Wirtshaus hockt. Wir sind nach sechs Tagen Erste in unserer Gruppe und Erste gesamt. Sechs Mal einen Punkt. Ein makelloser Beginn.
 
Halbzeitweltmeister! Nach sechs von 29 Wertungstagen liegen wir ex aequo an der Spitze. In unserer Gruppe führen wir alleine.
 
Inka 1 an Inka 2. Der blaue Mercedes biegt jetzt um die Ecke. Bitte um weitere Instruktionen?


Ein peruanischer Zentaur. Hinten ein Dragster, vorne ein Moped.

Auf der baum- und buschfreien Hochebene, sollten uns die geheimen Messpunkte nicht überraschen. Trotzdem schaffen wir keinen Nuller. Acht Sekunden insgesamt daneben. Das muss am Malbec von gestern liegen.  
Verschnupft ziehen wir weiter Richtung Cusco, der früheren Hauptstadt des Inkareichs. Nach zehn Kilometern setzt bei beiden wieder die Sprache ein. Und das Auge:  Wir sehen wieder diese atemberaubende Umgebung. 

Ein Lama-Ausflug.
Nicht das, wonach es aussieht.


Driften extraspannend.

Mitten durch den Kuhstall.


Neuer Tourrekord.

Ab und zu muss Landschaft sein. Gerade, wenn sie so aufregend ist.

Bis Cusco passiert wenig. Das Hauptthema ist, wo gehen wir dort Mittagessen. Hans hat in den letzten Tagen mit seinem Fodor´s viele Sympathiepunkte gesammelt. Wir vertrauen seinem Rat. Es wird für eineinhalb Stunden das Greens. Danach Stadtbummel, gemächlich, denn wir sind immer noch auf 3.400 Metern. 
Ein Rudel junger Hunde ist organisierter. Keine zehn Meter, wo nicht einer einkehrt, anhält oder ein einmaliges Angebot nützt. Schließlich kommen Andi mit den Mitbringseln 13 bis 15, Dani mit reichlich Zigaretten und Hans mit geputzten Schuhen zum Auto zurück. Aufbruch nach Urubamba, nochmals 70 km weiter.

Gassi mit dem Lama.


Der elegante Herr trägt in dieser Saison die weiße Leinentasche.


Plaza de Armas in Cusco.

Zeig du mir deines, dann zeig ich dir meines. Robbie, Andi und Dani.


HG gibt der Jugend eine Chance.


Verkehrspolizistin in Cusco. Schrill bis das Pfeiferl glüht.
 
Gerade nochmal ins Foto hineingepresst.
Der Urubamba ist ein stattlicher Fluss. Das elegante Hotel Tambo del Inka liegt an seinem Ufer. Es verfügt über eine gewaltige Lobby, eine vorzüglich bestückte Bar und eigene Bahnstation, von der ein Orient-Express die 36 km nach Machu Pichu tuckert. Morgen früh um 6.30 (wann sonst) ist es soweit.

Einfach packend.

Die Lobby in unserem Superhotel am Urubamba.

Die Lobby 2: Design trifft Lokalkolorit.



Tag 11a               Machu Picchu              36 km und retour

Heute ist Ruhetag. Wir halten uns eisern dran. Deshalb kein Text vom Ruhetag. Eigentlich geht es uns nur darum, zu belegen, dass wir tatsächlich auf Machu Picchu waren.

Der Blick von oben ins Tal des Urubamba ist eines Sonnengotts würdig.

Noch Fragen?

Vor genau 102 Jahren wurde das Gipfeldorf vom amerikanischen Professor Hiram Bingham entdeckt. Wenn das zackige Englisch unserer Führerin in höhengeplagte deutsche Ohren dringt, wird daraus ganz leicht der Heilige Bimbam.

Ackerbauterrassen auf rund 2500 Metern Seehöhe.

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