Tag 24 Bariloche - Esquel 367 km
Frühstücken wie in den Ferien. Wir warten lieber im Hotel
als auf einer Straße im Wald. Das Llao Llao zieht alle Register. Extra Omelett,
Extra Früchte, Extra Espresso. Grand-Hotel-Flair wie daheim. Wir starten um
neun. Der Himmel ist wolkig, die Luft wärmer. Herr Direktor brummt zufrieden.
Auch wenn Charly, der Mechaniker, gestern im Vorbeifahren anmerkte, dass der
Motor etwas rau klinge. Ein Samstagmorgen im Herbst.
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Sonntagmorgen im Llao Llao. Keine Sau auf der Straße,
nur der stramme Direktor hält die Stellung. |
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| Damit gar keine Zweifel aufkommen, wo wir uns hier befinden. |
Im Tal wieder Seen links und rechts, am Berg Fichten und Föhren.
Nach 210 km der einzige Test. Nicht rasen, sondern rechnen. Gleichmäßigkeit,
Jogularity nennen es die Briten, über 66 km. Vier geheime Messpunkte. Wir
kennen uns aus.
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| Line-Extension von Bayer in Lateinamerika. |
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| Die Gerade des Tages. |
Das Ergebnis lässt sich sehen. Drei Strafsekunden. Selbst
über die könnte man diskutieren. Da ist wenig Platz zwischen der Perfektion und
uns. Die Landschaft ändert sich spürbar. Endlich sind wir auch optisch in
Patagonien angekommen. Weite Weiten, Wiesen ohne Ende. Eine einzige Straße und
lange kein anderes Auto. Der Tour ist heute bald zu Ende. Keine Besonderheiten.
Das Aufregende ist nach vier Wochen Alltag geworden.
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| Kein Fachgeschäft für Damenfriseure. Schuhe! |
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| Irgendwas quatschen, bis die Uhr tickt. Seelenforschung beim Warten auf die Sonderprüfung. |
Wieder ein Skiort in der Nebensaison. Esquel machte uns
etwas Kopfzerbrechen. Die Vorrede war klagbar. Kleines Kaff, miese Hotel, tote
Hose. Die Wirklichkeit versöhnt uns. Nicht dass es von diesem Dorf viele
Postkarten gibt, aber die Hosteria Cumbre Blanco hat die Skepsis nicht
verdient. Ein charmantes kleines Hotel mit durchwegs weiblichem Personal. Und
diesen liebevollen Details, schwärmt Dani. Sogar die Rosenstöcke seien
geschnitten. Alle.
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| Für die Botaniker. |
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Mark und Chris in einem Ford Model A aus 1928.
Bei 75 Spitze werden die Tage zwangsläufig lang. |
Das Cumbre verfügt auch über einen umfangreichen Keller. Der
Nachmittag vergeht mit Weißwein auf der Terrasse. Bei Luigi Bosca, dem
Familienweingut in Mendoza, wird man sich den Umsatzsprung der letzten Tage
kaum erklären können.
Die Mädchen sind so bemüht und zuvorkommend, dass wir das
Dinner auch gleich hier bestellen. Ein Fehler. Wären die Spaghetti noch
weicher, könnten wir sie trinken. Dafür ist das Fleisch hart. Aber es trifft
keine Dürren. Eine ausgefallene Mahlzeit schwächt niemand von uns. Obwohl Robert
und Andi beharrlich behaupten, dass sie seit Rio ein paar Kilo verloren hätten,
aber noch schlottert nichts.
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| Die Kurve das Tages wäre zu viel gewesen. Deshalb nur eine schöne Landschaft. |
Der Abend bietet noch dichte Unterhaltung. Zuerst F1-Qualifying
in Melbourne live, dann werden Hans und Robert von der Rennleitung ins
Crew-Hotel geladen. Es gibt einen Einspruch gegen unseren Einspruch, der die Neutralisierung
der Etappe nach Chillan zur Folge hatte. Steve Hyde, unser Klassengegner, und
die Stevensons, die Gesamtführenden, meinen, dass die Behinderung durch
Baustellen nicht unziemlich gewesen und die Zeitkontrolle vor dem Test daher zu
werten sei. Erhalten sie Recht, dann wären wir mit einem Mal gleichauf mit Hyde
und weit hinter Stevenson.
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| Er würde perfekt zu uns passen, hat aber Besseres vor. |
Die Einvernahme währt kurz. Beide Beschwerdeführer verlassen
nach wenigen Minuten den Raum. Gerade als die Diskussion zu überhitzen drohte. Das
Ergebnis blieb offen. Dank Hans wissen die beiden Rennleiter jetzt wenigstens,
dass sie Humpty und Dumpty sind.
Das Schicksal entschied auf seine Art. Kurz nachdem Hyde den
Einspruch deponierte zerbröselte seine Zylinderkopfdichtung. Bereits die
zweite. Aus Maus. Wenn es nicht wieder eine Übertreibung ist, dann wird er
morgen nicht mehr starten.
Unterdessen wechseln wir im Hotel noch Geld. Sechs Pesos für
einen Dollar. Unter der Budel gewissermaßen. Der offizielle Kurs ist eins zu
fünf. Dennoch plündern die Mädels ihre Sparschweine, bis es keine Pesos mehr
zum Wechseln gibt.
Und damit noch nicht genug Programm für heute. Hans stellt
den Wecker auf drei, um den Grand Prix von Australien zu schauen. Das Läuten
hätte er sich sparen können, denn kurz vor dem Start kommen Andi und Robert polternd
aus der Disko zurück. Ich drehe mich nur um. Schon bei Tag schenkt mir ein
Formel-1-Rennen den besten Schlaf. In der Nacht erst Recht.
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