Anders als bisher gehen wir diesen Tag gemütlich an. Abfahrt
um 7.00 statt um 6.28. Gleich etwas anderes. Wir haben gut zwei Stunden Zeit,
um die 133 km zur ersten Zeitkontrolle zu schaffen. Dort wartet eine
Gleichmäßigkeitsprüfung über 25 km mit zwei geheimen Messpunkten auf uns.
| Meine Erinnerungen an Santiago spielen fast nur in der Nacht. |
| Wein und Palmen. Da lässt sich´s aushalten. |
| Zwei Kilometer weiter schaut es dann so aus. Ohne Bewässerung wächst hier wenig. |
Anfangs machen uns die vielen Autos noch keine Sorgen. Erst
als die Baustellen dazu kommen, rechnen wir den aktuellen Schnitt nach. Er ist von
65 auf 83 km/h gestiegen. Wenn der Verkehr so bleibt und Santiago nicht bald
endet, dann verkacken wir das Ding.
Santiago endet nicht, und der Verkehr wird schlimmer. Immer
wieder vernichten Einbahnstücke das Guthaben, das wir uns mit Links- und
Rechtsüberholen, mit dem Ignorieren von roten Ampeln und mit 155 auf der Geraden
heraus schinden. Um 8.30 ist klar, dass wir unsere Sollzeit nicht schaffen
werden. Es geht jetzt um Schadensbegrenzung. Auch die gelingt nur bedingt. 22 Minuten
zu spät, ergibt 220 Strafsekunden. Den Start haben wir gleich mal voll
verpennt.
Schon läuft die Uhr die Uhr für die Sonderprüfung.
Vorgegeben sind Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 57 und 77 km/h. Das
sollte auf gutem Schotter im Flachen kein Problem darstellen. Wir kommen
punktgenau zum ersten Messpunkt nach 10,74 km. Und sind acht Sekunden zu
schnell. Wir verstehen die Welt nicht. Offenbar drückt der Marshall früher auf
die Uhr als wir denken. Der Frust wächst.
| Mitten in der Sonderprüfung. Breit und staubig. Und zu schwierig für uns. |
| Die Wunden nach der Niederlage. Herr Direktor hat mit dem Hintern die Steinwand geküsst. Diese Delle verheilt von selbst. |
Stinkig zuckeln wir weiter in der Ebene dahin,. Diesmal ohne
den üblichen Zeitpuffer von 30 bis 60 Sekunden. Auf einmal eine Spitzkehre nach
rechts, dann gleich die nächste nach links. Offenbar führt die Straße jetzt hoch
auf den Berg nebenan. Es wird steiler, der Boden steiniger. Hans wirft den
Direktor knirschend ums Eck. Dennoch, an einen Schnitt von 75 ist hier hinauf
nicht zu denken. Wir verlieren Sekunde um Sekunde. Und endlich am Berg wird´s
nicht besser. Jetzt geht´s auf Serpentinen und Schotter flott bergab. Am Ende
kommen wir um 44 Sekunden zu spät. Wrzgmfbdradsgaaaaaah!!!!!
| Boxenstopp nach dem ersten Test. Was wir jetzt zu trinken bräuchten, dass haben die hier sicher nicht. |
Ein Tag zum Vergessen. Alles geht schief. Zu allem Überdruss
hat der Direktor im Gefecht sein Heck gegen die Steine geschmissen. Der Schaden
ist schluckbar. Die Stoßstange hat etwas gegen die Karosserie gedrückt. Kleine
Delle, nicht schlimm. Ein Silberstreif.
Unsere Hoffnung liegt nun bei der zweiten Sonderprüfung. Auf
Schotter haben wir Heimvorteil, glauben wir. Jedenfalls haben wir bisher alle
verblasen, wenn´s gestaubt hat. 18 km mit 85 Schnitt. Mit ein paar Kurven,
verlangt das schon ein wenig Herz. Wir warten eine knappe Stunde vor dem Start.
Dieser wurde wegen Straßenarbeiten ein paar Kilometer nach hinten verlegt. Als
wir dort anrollen, winkt uns der Rennleiter gleich weiter. Test abgesagt.
Vermesser stehen am Straßenrand. Zu riskant. Wenn´s einem mal reinregnet, dann
richtig.
| Warten auf die zweite Sonderprüfung. Die erste. |
| Warten auf die zweite Sonderprüfung. Die zweite. |
| Den ganzen Tag Sonderprüfung. |
Stille für 100 km. Frustarbeit bis zum Ziel. Dieses liegt in
Termas de Chillan. Ein Skiort auf 1.800 Metern. Das chilenische Hochfügen. Ein
Talende mit vier Hotels und einigen Liften. So viel Bier haben die hier nicht,
um Hans wieder aufzumuntern. Deshalb greifen wir zum Wein. Das wirkt. Eine
Stunde später feiern wir schon wieder lauthals den neuen Papst. Für Argentinien
definitiv ein Abstieg. Dieses Land hat Götter wie Maradona und Messi hervorgebracht, und
jetzt nur ein Papst.
| Another room with a view. Sommerfrische im Zillertal. |
| Das Bier hätte nicht ausgereicht. Wir trösteten uns mit Wein. |
| Und dann war da noch ...... ein neuer Papst. Für die Argentinier definitiv ein Abstieg. |
:-(
AntwortenLöschenKlingt nach Dämpfer im Gesamtklassement.
Aber der viele Verkehr und die Schwierigkeiten der Sonderprüfung müssten ja für alle gleich sein.
Der 26iger mit Schaden. Gruss und Kuss vom Julius
. Schon Frau Steffi Werger hat gewarnt: Stark wia a Felsn. Gottseidank hinterlässt nicht jeder Schwanzler einen grossen Schaden und hoffentlich steckt im argentinischen Wein genug Motivation.
Wer braucht eigentlich mehr ? Der Direktor am Tag oder die Piloten des Nächtens ?
keep on running- so ein kleiner Rückschlag ist zu verkraften.
Und wenns gar nicht klappt- in Braunschlag werdet ihr immer Helden sein