Ein Morgen am Meer. So schmeckt Urlaub. Es gibt neue Ergebnislisten.
Das ist nicht selbstverständlich. Die Veranstalter sind damit noch später dran als dieser Blog. Das Malheur am Urubamba hat uns an diesem Tag den
zweiten Platz beschert. Zum ersten Mal zwei Punkte. Wir führen in unserer
Klasse zwar noch immer um ein halbes Lichtjahr, aber in der Gesamtwertung sind wir
jetzt zweite, ex aequo mit dem weißen Cadillac der beiden Amerikaner
Dahmen/Schwager, einen Punkt hinter Vater und Sohn Stevenson.
Wenn einen nichts ablenkt, dann erkennt man das Wesentliche.
Ein anderer Vorfall hat unterdessen an Brisanz gewonnen.
Der größte Konkurrent in unserer Klasse, Steve Hyde, startet mit Nummer 25
regelmäßig eine Minute vor uns. In der Sonderprüfung kurz nach Puno aber nicht.
Er hat den Start versäumt. Wir konnten das aus der ersten Reihe verfolgen. Das
gibt für gewöhnlich Strafpunkte. Die gestrige Ergebnisliste zeigte diese aber
nicht. Hans hat schriftlich um Klärung gebeten und heute früh die Antwort
erhalten. Alles sei okay. Die Zeitkarte weise keine Verspätung auf.
Da hat jemand schon richtig Spaß gehabt.
Die nackte Haut der Erde.
Mehr haben sie nicht gebraucht. Hans gerät in Saft, als er
den Marshalls die Unmöglichkeit dieser Auskunft verdeutlicht. Die Zeitkarte
wird herangeschafft. Die Startzeit wurde offensichtlich nachträglich
korrigiert. Hyde bestreitet, das selbst getan zu haben, gibt aber zu, den Start
um drei Minuten versäumt zu haben. Die Marshalls erbitten sich Zeit für eine eingehende
Prüfung.
Smalltalk in der Wüste.
Von Arica geht’s bald wieder hinein in die Berge. Wir warten
wieder vor einer Sonderprüfung. Hier wächst absolut nichts. Tristesse und
Zauber wohnen an diesem Ort nebeneinander. Enorme Sandhänge beugen sich
zu uns herunter. Mit breiten Tiefschneeskiern muss das eine Mordshetz sein.
Danach wieder reinste Wüstenöde. Die NASA hätte sich einiges Geld sparen und
die Mondlandung bequem hier inszenieren können. Kennen Sie übrigens den Film Wag the dog?
Die NASA hätte sich ein Vermögen sparen können.
Die ersten Autos werden schon eingezählt. Ausgerechnet die
Stevensons fehlen. Fünf Minuten zu spüt rasen sie heran und halten weit hörbar
vor dem Starter. Das müsste Strafsekunden geben. Aber die Rennleitung ist
selbst in so einem eindeutigen Fall unberechenbar.
Keine ultraharte Nuss, aber verbinden sich doch mal 1, 2, 3 und 4 ...
... mit A, B, C und D. Die Lösung einfach posten. Den Gewinnern
winkt ein Spaziergang mit den Beinen ihrer Wahl.
Der Countdown. Das letzte Bild, bevor der Direktor aufheult.
Wieder eine schöne Speed-Prüfung, wäre da nicht die
Baustelle kurz vor dem Ziel. Als wir dort eintreffen, warten schon sieben vor
uns gestartete Autos vor dem Stop-Zeichen. Alles für die Katz. Wir schaffen
zwar bequem unsere Sollzeit, aber wegen des Hindernisses wird die Etappe
vermutlich neutralisiert werden.
Lüften am Berg.
Der Rosenberger der Atacama. Beim Design ist noch Luft, aber die Toilette ist gratis.
Brauchen Sie eine Quittung?
Dumbo!
Oben am Berg treffen sich alle an einer Mini-Raststätte zum Plausch
und kühlen die Motoren. Auch Jörg Lemberg ist wieder dabei. Gestern Nacht wurde
sein Wagen und er vor dem Hotel abgeladen. Nach einer Schnellheilung durch die
Rallye-Mechaniker läuft das Coupé wieder, aber mehr schlecht als recht.
Sein
Unfall kurz nach Santa Cruz hat nicht nur die linke Vorderfont lädiert, es
dürfte auch die Elektronik Schaden genommen haben. Die Benzinpumpe fördert
manchmal Benzin, manchmal nicht. Wenn´s bergauf geht, eher nicht. Also wird
auch hier wieder an allen Ecken seines Boliden herumgeschraubt. Peter, sein
zweiter Beifahrer, der in La Paz Antonio abgelöst hat, ist gestern heimgeflogen,
nachdem er drei Tage am Rücksitz des Service-Landrovers mitreisen durfte. Manchmal
hast du eben Pech.
Das ist Jack. Jack repariert Jörgs Auto. Am Abend haben wir
ihn dann wieder aufgerichtet.
Ein Share of Voice zum Niederknien.
Wo ist die Fünfte?
Wir übernehmen die Nachhut unseres maladen Freundes. Bis
Arica ist nur mehr die Grenze zu passieren, sonst kein Programm. Nach der
dritten Zwangspause innerhalb einer halben Stunde läuft der graue Mercedes
Gefahr, von seinem Besitzer malträtiert zu werden. Jetzt scheint gar nichts
mehr zu gehen. Wir warten, bis die Mechaniker kommen.
Die Einfahrt nach Iquique. Fünfhundert Höhenmeter im Sturzflug nach Little-Miami.
Und so was am Arsch der Welt.
Zwei Stunden später nehmen wir den siebenunddreißigsten
Hügel des Tages. Fünfhundert Meter direkt unter uns öffnet sich eine moderne
Stadt. Viele Hochhäuser, eine breite Uferpromenade, Palmen. Iquique macht auf Miami.
Die nächste große Stadt nach Arica lebt von ein bisschen Hafen, Tourismus und etwas
Industrie. Genug, um 180.000 Menschen hier zu halten.
Der Gegenschuss. Von da oben kommen wir, falera.
Wir steigen im Holiday Inn ab. In Südamerika erlebt die
Kette offenbar noch gute Zeiten. Beim Hallobier im Innenhof gibt
es nur ein Thema: Wie geht es Jörg? Ein paar Stunden später hören wir die News.
Sie sind noch schlechter als befürchtet. Kurz vor dem Hotel mussten die
Mechaniker vor einem Zebrastreifen abrupt bremsen. Jörg an der Stange dahinter
verreißt nach links und dreht sich sowie den Abschleppwagen
spektakulär um 180 Grad. Die acht Zentimeter dicke Schleppstange ist in der
Mitte stark verbogen, die rechte Seite an Jörgs Mercedes jetzt ebenfalls havariert. Aus
Maus.
Ausnahmsweise ein Ankunftsbier mit besorgten Mienen.
Beim Abendessen versuchen wir dem großen Bären gemeinsam die Weiterfahrt zu verkaufen. Er möge sich doch einen roten Nissan mieten, wie auch schon fünf andere Teams, und bis Ushuaia dabei bleiben. Wenn, dann nur mit einem Mustang Shelby 500, meint der Umworbene.
Morgen werden wir hören, dass es in Iquique einen Shelby 500 weder zu mieten noch zu kaufen gab.
1B, 2D, 3A, 4C
AntwortenLöschenSehr brav,Herr Dirtl
AntwortenLöschenErster Preis: eine Fussreise nach Venedig