Tag 20 Mendoza - Santiago 403 km
Der Rasierschaum ist ausgegangen. Kratzen mit Hotelseife. Es
muss sein. Heute ist Grenze. Herr Direktor glänzt nach seinem freien Tag wie
ein Junger. Nicht nur waschen und legen, sondern auch Bremsen nachstellen und
abschmieren. Abfahrt, als einige gerade erst nach Hause kommen. Diese Rallye
wird mich verändern.
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| Links und rechts Weingärten, die Quelle des Wohlstands in Mendoza. |
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| So eine Landschaft gleich am Morgen, und der Tag ist dein Freund. |
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Keine Ahnung, ob das schon der Anconcagua ist. Auf jeden Fall
ist er um einen Kopf größer als seine Nachbarn. |
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| Was tut ihr auf meiner Straße? Kein Zweifel, was der Hausherr von uns denkt. |
Heute treffen wir den Aconcagua, den höchsten Berg dieses
Kontinents. 6.962 Meter. Er baut sich gleich neben jener Straße auf, die uns zum
Grenzübergang nach Chile hoch führt. Wir sehen ihn trotzdem nicht aus der Nähe.
Immer wieder versperrt uns ein aufdringlicher Fünftausender den Blick auf den
Chef. Dann, fast unbemerkt in einer Kurve, huscht er vorbei. Wie eine Schönheit
in einem entgegenkommenden U-Bahnwaggon. Großer Moment, aber zu knapp für ein Foto.
Für Gewissenhafte deshalb hier der Link: http://www.iceaxetv.com/Aconcagua/index.shtml
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| Tatataaaa! Hier die Gerade des Tages. |
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| Und da hatten wir keine Eile. |
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| Skistation kurz vor der Grenze. Wenigstens kein Parkplatzproblem. |
Wir steigen auf 3000 Meter, vorbei an Skistationen und aufgelassenen
Bahnhöfen. Die Aussicht ist wieder gewaltig, das Leben hier karg. Die
Grenzstation ist selbstverständlich ganz oben am Pass. Die Argentinier winken
uns durch, die Chilenen kommen mit ihren Obst-Hunden. Die Formalitäten sind
rasch erledigt, dann beginnt das Warten. Auf der chilenischen Seite wird die
Straße erneuert. Eine Kolonne von LKWs verheißt nichts Gutes. Nicht nur bremsen
zahlreiche Einbahnpassagen, auch die 21 steil abfallenden Serpentinen zwingen die
Trucks zu Schritttempo. Auf diese Art passieren wir Portillo, den berühmten
Skiort. Bei der WM 1966 haben uns hier die Franzosen so richtig abgewatscht:
Frankreich sieben Mal Gold, wir nix.
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Schaut aus wie eine mobile Zollstation, ist aber fix. Die Grenzlinie
hat sich seit hundert Jahren nicht bewegt. |
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Er muss nach Bananen, Äpfel, Melonen, Kiwi und anderem Obst
suchen, aber für eine echte Wurst, da verbiegt er sich. |
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| Da kommt man immer wieder gerne zurück. |
Im Tal wird´s wieder heiß. Um uns herum Wüste unterbrochen
von Obstplantagen. Heute ist eine Transportetappe. Deshalb zügeln wir unseren
Ehrgeiz und nehmen die Autobahn nach Santiago. Schon die Einfahrt in Chiles
Hauptstadt zeigt, dass hier Wohlstand wohnt. Autos bis zum Abwinken, in sich
verschlungene Stadtautobahnen, Hochhäuser am Horizont. Wir könnten uns jetzt genauso
gut in Texas befinden. Es ist warm, aber nicht mehr so heiß. Man spürt, dass
wir vom Äquator wegrücken.
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| Die stehen wenigstens schon bergab. Die Newcomer warten aufwärts. |
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| Aber wenn diese Fahrspur mal fertig ist. |
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| Mit schwachen Bremsen braucht man starke Nerven. |
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| Sie sind die Ursache der Warterei, aber dafür echte Benzinbrüder. |
Hier verlässt uns Marc Buhofer, der unterhaltsame Schweizer.
Er ist der zweite Beifahrer von Martin Egli. Länger als zwei Wochen hält es
offenbar niemand im offenen Lagonda aus. Marc lädt uns seit Tagen zu seinem
feudalen Abschiedsdinner ein. Heute ist es soweit. Wir fallen ins Ox ein,
dreizehn Leute. Weil Rainer und Helmut aus Österreich auch gerade in der Stadt
sind, kommen sie natürlich mit. Ein Tenderloin High Cut stimmt mich sanft. Das
beste Steak bisher, und das außerhalb von Argentinien. Viel geht heute nicht
mehr.
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| Zwei Linien gelten hier eher als eine Empfehlung. |
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| Extradry. Das Umland von Santiago. |
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| Der Fotograf hat gerade geschlafen. Wir sind froh, dass wir zumindest dieses Bild von Santiago ergattern konnten. |
Die Rechnung ohne Hans gemacht. Zurück im Interconti greift
er in die Tasten des Klaviers. Das bewährte Repertoire bringt nicht nur die Rallyegemeinde
zum Schmelzen. Am Nachbartisch weint ein Quintett mexikanischer Flugbegleiterinnen
vor Glück. Der Abend hat noch ein bisschen gedauert. Robert und Dani
versuchten zu singen. Marc zeigte noch, was ein Lagonda in der Tiefgarage kann.
Aber das ist eine andere Geschichte.
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