Freitag, 22. März 2013

Tripple Zero


Tag 27               Gobernador Gregores - El Calafate             336 km

Race Day. Gleich drei Sonderprüfungen sind heute angesetzt. Übermut im Office. Natürlich bleibt es nicht dabei. Der dritte Test wird abgesagt. Die zwei anderen sind lang genug. Zuerst über fünfzig Kilometer auf Schotter mit 75 Schnitt. Hans bleibt Lichtjahre unter der Sollzeit. Die breite Staubbahn forderte uns nur fünf Kurven ab. Das hätte sogar ein Anfänger wie ich geschafft. An einem guten Tag.

Unser Quartier. Selbst mit einem Schwipserl in einer Neumondnacht nicht zu verfehlen.

Patagonischer Morgengruß.
Sofort darauf Gleichmäßigkeit über 130 km. Fahrerwechsel. Die ersten Wegpunkte sind unbesetzt. Die lustigen Marshalls haben sich alle Messpunkte für den Schluss aufgehoben. Uns kratzt das nicht. Drei Mal genau am Punkt, keine Strafsekunden. Wir bleiben die einzigen ohne Fehler. Morgen werden die Renndirektoren wieder gratulieren kommen.

Das einzige Mal, dass wir den Auspuff des Porsches sehen.

Vruum, vruuuuuum, vruuuuuuuuuuuuuum!
Diese Sonderleistung war allerdings auch notwendig, denn Pohl/Peil werden plötzlich ehrgeizig. Sonst happy, wenn sie sich bei der Jogularity nicht verfahren, liegen sie diesmal insgesamt nur acht Sekunden daneben. Gut, dass wir ihnen gestern nicht alle Regeln verraten haben.



Bill Bolsover staubt sich ins Ziel.

Kommt von vorne eindeutig besser als von hinten.


Drei Zielankünfte gleichzeitig. Da wird's für einen Moment finster.
Auf feinem Asphalt tragen wir Herrn Direktor nach El Calafate. Bei 110 ist Schluss, sanft bremsen, behutsam anfahren.  Auch so sind wir schon um 14.30 im Hotel. Das Xelena hat sich fünf Sterne verliehen. Nichts für eine Woche, aber perfekt für eine Nacht. El Calafate selbst ist ein aufgeräumtes Touristendorf mit Souvenirshops ohne Zahl. Auch nach dem Sommer ist genug los. Alle kommen nur wegen einer einzigen Attraktion hierher. Wegen eines Gletschers, der auch wirklich was kann.

So gehört sich das.
Der Perito Moreno endet 75 km außerhalb des Dorfs. Wir nehmen ein Taxi. Herr Direktor braucht Schonung. Bereits der erste Anblick aus der Ferne lässt staunen. Eine weiße Wand, die in milchig-grünes Wasser fällt. Knapp vor dem Eis stehend, wirkt die Faszination des Schauspiels ungefiltert. Bis zu sechzig Meter hoch ist der kalte Block. Zerfurcht wie ein Greis. Immer wieder verliert er eine Zacke mit lautem Knall an den See.

Mein neuer Bildschirmschoner.

En Naturphänomen organisiert wie in der Schweiz. Die Touristen
dürfen nur die abgegrenzten Gehwege benützen.


Alle paar Jahre küsst der Gletscher die Landzunge.
Zuletzt gab´s einen Schmatz im Vorjahr.
Von oben schaut es aus als würden der Gletscher und die gegenüber liegende Halbinsel sich strecken, um einander zu berühren. Alle paar Jahre gelingt ihnen das auch. Dann wächst das Eis im Winter bis ans Festland. Gewöhnlich im März fällt das Verbindungsstück dann mit großem Getöse in sich zusammen. Diese Ruptura del Glaciar erwarten Scharen von Naturfreunden mit feuchten Augen.
Drei eiskalte Typen.
Heuer passiert nichts mehr. Also fahren wir nach zwei Stunden zurück zum Kommerz. Da ein Andenken, dort ein T-Shirt. Treffen Andi und Robert zufällig in einem Café. Das reicht für Calafate.

Es knirscht, und es kracht. Irgendwo taucht gerade wieder ein Eisblock in den milchig-grünen See.

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