Tag 8 Sucre -Uyuni 361 km
Am Hauptplatz ist um 7 h der Bär los. Unser Direktor kriegt
Platzangst. Dutzende Fans mit Kameras versperren uns den Weg. Hier zählen alte
Autos noch was. Heute geht´s in die Wüste. An einen Ort namens Uyuni, bekannt durch
den größten Salzsee der Welt. Durch sonst nichts.
| Großer Bahnhof am Hauptplatz. Nach zwei Autogrammen ging´s los. |
| Bauboom in der Hauptstadt. Leider auch Architektenmangel. |
| Potosi, früher die Welthauptstadt des Silbers. Sie sehen hier das, was die Spanier übrig gelassen haben. |
Nichts glänzt hier. Liegt vermutlich daran, dass die Spanier
alles Wertvolle nach Hause verschifft haben. Restlos. Geblieben ist die Armut.
Wir erobern die Stadt auf unsere Art. Fahren im Konvoi durch enge Gassen, bis
alles steht. Kein Wunder, es ist Sonntagsmarkt und wir so was von mitten drin.
Indios links, rechts, manchmal fast unter uns. Sie wollen lieber Andinos
genannt werden, aber auch das bringt uns nicht weiter. Erst nach zwanzig Minuten
entkommen wir durch beharrliches Missachten der Einbahnregel diesem
Menschenzyklon.
| Der berühmte Sonntagsmarkt von Potosi. Der einzige Ort der Welt, wo jedermann Dynamit ganz legal kaufen kann. |
Weiter auf einer perfekten Fahrbahn nach Uyuni. Ausladende Kurven, Geraden bis das Auge
versagt, Herr Direktor frohlockt. Allein die Versorgung hinkt. Wo Tankstellen
sein sollen, ist meistens Leere. Und wenn wir eine finden, dann verkaufen sie
uns nur selten Sprit.
| Er spart sich das Sonnenöl, macht sich das bisserl Schatten, das er braucht, selbst. |
| Wirkt wie ein Scherz, ist aber vollkommen berechtigt. |
Wir steigen weiter. Den 4000er nehmen wir ohne Fanfaren.
4100, 4200, bei 4224 ist heute der Höhepunkt erreicht. Kein besserer Ort für
einen Boxenstopp. In zweifacher Hinsicht. Nach uns kommt Herr Direktor dran.
Wir schneiden den Boden aus einer PET-Flasche und entleeren unseren brandneuen
10-Liter-Kanister durch die Öffnung in den Tank. Unser Trichter hat sich vorher
in seine Teile aufgelöst.
| Rekord, für heute zumindest. Zeit für einen Boxenstopp. |
Das Roadbook verspricht uns für Uyuni eine Tankstelle. Als
wir die Serpentinen hinab rollen, taucht mitten im Nirgendwo eine Ansammlung
von Häusern auf. So schaut Einsamkeit aus. Die Tankstelle gibt es wirklich, tolles
Roadbook, doch sie schließt Sonntag mittags. Es ist 15 h und wie schon gesagt
Sonntag. Jetzt wird’s eng.
| Dem Himmel so nah lebt es sich auf diese Art. |
| Hab ich´s nicht gesagt. Ein lebensmüdes Alpaca. |
Die Einfahrt nach Uyuni nimmt uns jede Hoffnung, irgendwo
sonst hier Sprit zu bekommen. Tristesse wäre geschmeichelt. Unser Hotel tanzt
nicht aus der Reihe. Immerhin sind die Eigentümer bemüht. Vermutlich haben Sie
seit Jahren nicht so fette Beute gemacht.
| Uyuni. Wenn hier nichts wäre, würde niemand etwas abgehen. |
Wer an Entspannen denkt, kennt H&H, die Londoner Veranstalter,
schlecht. Frugale Jause im Stehen und gleich weiter in einem Konvoi aus Jeeps
zum Salzsee. Der einzige Grund, der uns hierher getrieben hat.
Die Exkursion beginnt bei ein paar Ständen, an denen Andinos
(!) ortstypische Besonderheiten feilbieten. Hans darf sich jetzt als neuen Besitzer
einer eleganten Alpaca-Mütze vorstellen, Andi deckt sich gleich für die nächste
Eiszeit ein.
| Unser Guide (der Kleine in der Mitte) mit bestem Südstaaten-Englisch. |
| Die Hausmauern werden hier aus Salz gebaut. |
| Der Salar de Uyuni. Wenn man sich von all den Menschen wegdreht, hat er schon seinen Zauber. |
Dass der Nervenkitzel das Lieblingsspiel vom Herbert ist, wissen wir. Aber wie geht unser Hans - wenn auch keine Nerverl - damit um, dass dem Direktor der Saft ausgehn könnte und er nit ERSTER werden kann, wegen mangelnder Versorgung. Schon komisch in der Wüste hätt ich geglaubt ist das Wasser das Wichtigste. So wünsch ich Euch genug feines Erdölsafertl. Wie seid´s den plaziert?
AntwortenLöschenDa erkenne ich die eine oder andere Stelle von meiner Weltreise wieder. Allerdings hatte ich nicht so ein elegantes Gefährt unter meinem Hintern. Danke für die wunderbaren Berichte, da lässt Herr Pulitzer grüßen, ich habe auch schon Verlags-Anfragen. Berichtet uns doch auch von euren Zwischenrankings, die offizielle Website taugt diesbezüglich rein gar nichts! Disfruten el resto del viaje!
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