Tag 10 La Paz - Puno 300 km
Heute Grenze, heute rasieren. Die Sauerstoffflasche ist
leer. Das Kopfweh ist weg, auch sonst wieder gut bei Kräften. Frühstück
entfällt trotzdem. Abfahrt ist um 6.30, da geht sich nicht viel vorher aus.
Wir klettern wieder über 4000 und cruisen gemütlich Richtung
Titicacasee. Rechts von uns salutieren ein paar schneebedeckte 5000er. Der Direktor
läuft seit Santa Cruz wie ein Einser. Klar fehlt ihm das Schmalz in diesen
Höhen, davon abgesehen brummt er ohne Kaprizen. Was hören wir für Horrorstorys von
anderen Teams.
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| Wir fahren auf 4.100 Metern. Alles klar? |
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| Schaut gemütlich aus, ist aber soooo frisch. |
Da taucht schon der See auf. Knapp über 3800 Metern Seehöhe
und das höchste schiffbare Gewässer der Welt. Mit 178 km Länge macht er auch
auf der Landkarte was her. Ein Badeurlaub am Titicacasee findet man trotzdem
selten in der Auslage von Reisebüros. Sein Wasser erreicht nur nach
Hitzeperioden den zweistelligen Bereich.
Überfahrt mit Fähre. Eine originelle Idee von H&H.
Teilen uns das Boot mit Reg und Tony, beide aus Perth in Australien. Ihr Camaro
leidet seit Beginn. Es sei das falsche Auto für diese Straßen. Zu niedrig, zu
filigran. Ein Camaro zu filigran, was für Straßen.
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| Herr Direktor betritt die Bühne. |
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| Trifft ein Australier einen Waldviertler am Titicacasee. Sagt der Australier ... |
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| Die flotten Drei vom Wolfgangsee. |
Der letzte Ort vor der Grenze heißt Copacabana und
widerspricht im letzten Moment noch der Meinung, dass die Bolivianer keinen
Spaß verstehen. Als wir bei der dortigen Polizeistation einmal mehr alle Papiere
auflegen, liegt eine Michael-Schuhmacher-Kapperl stolz am Schreibtisch.
Pohl/Peil waren schon da.
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| Copacabana, kurz vor der Grenze. Sogar mit Zuckerhütchen. |
Gleich danach die Grenze. Alle sind vom letzten Mal gewarnt.
Aber bekanntlich finden angekündigte Revolutionen nicht statt. Nach einer
knappen Stunde sind wir an beiden Grenzposten vorbei. Die Bolivianer haben
weniger Stress, ihre Gäste ziehen zu lassen als sie zu empfangen. Und den
Peruanern scheint das sowieso alles ziemlich Wurst zu sein.
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| Ohne Worte! |
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| Ostern kommt schneller als man denkt. |
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| Happy Co-Pilot. HG mit frisch gestempelten Zollpapieren. |
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Nicht Tag der Arbeit. nicht Nationalfeiertag. Einfach nur
die Flagge Perus an der Grenzstation. |
Der Unterschied zwischen Bolivien und Peru ist so augenscheinlich
wie jener zwischen Kasachstan und Usbekistan. Bolivien grau, Peru bunt.
Bolivien kaum Sprit, Peru drei Tankstellen auf den ersten 500 Metern. Und es
gibt auch wieder Cola Zero.
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| So gehört sich das für eine Weltstadt. |
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| Der Countdown an der Kreuzung. Gibt´s auch in Rot. |
Was uns jedoch auch hier begleitet, sind die Kolonnen
unfertiger Häuser. Wir haben bereits Bolivien Rohbauland getauft, jetzt nehmen wir Peru mit dazu. Keine Ahnung
woran es liegt, offenbar ist allen Häuslbauern gleichzeitig das Geld
ausgegangen. Vielleicht waren die Fördertöpfe leer, vielleicht haben die Banken
aufgehört Geld zu verleihen, aber vielleicht taugt es den sogar Andinos genau so.
Postkarten werden davon nicht entstehen.
Rechts der See, links die Rohbauten, wir fliegen Richtung
Puno. Bei Tag ist die Stadt mit 100.000 Einwohnern kein Schmuckstück, bei Nacht
würde es mit seinen irrlichternden Hügeln glatt als die Bucht von Cannes
durchgehen.
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Das Wahrzeichen von Puno am Hauptplatz.
Honi soit qui mal y pense! |
Wir bahnen uns den Weg durch verstopfte, verdreckte Straßen.
Sie drücken die Erwartungen hinsichtlich der Qualität unseres Hotels
signifikant. Aber das Libertador ist die zweite Überraschung des Tages. Ein
weißer Dampfer, gestrandet auf einem Hügel gleich oberhalb der Wasserlinie. Ein
Designerwerk im Meer des Gewöhnlichen.
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| Nicht zufällig wie die Laderampe einer Inselfähre. |
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Room with a view. Der Blick vom Libertador ist kitschig. Ganz hinten sieht man die Hütten der Uros.
Sie leben am See. Vor allem, wenn Touristen kommen. |
Der Nachmittag gehört Herrn Direktor. In einer örtlichen
Reifenwerkstatt wird er abgeschmiert, gesaugt, gewaschen. Bremsen nachgestellt.
Den Mercedes von Schlatters und Pohl/Peil ergeht es nicht anders.
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| Ziiiiiiieh! Herr Direktor mit hohem Luftstand. |
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Vierhändige Massage. Er wirkte nachher
sehr entspannt. |
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Max Stephenson bei dem, was er am liebsten macht:
gebrochene Speichen austauschen. |
Der Abend geht mit einem Dinner im Hotel auf. Endlich wieder
schöne Weine aus Argentinien. Die Bierzeit ist zu Ende. Es lebe der Malbec.
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