Freitag, 8. März 2013

Wüstenherz

 Tag 15               Iquique - San Pedro               461 km 
 
  
In Iquique kann man einen Mustang Shelby weder mieten noch kaufen. Es gibt einfach keinen. Jetzt reicht´s. Jörg verschifft eilig sein Problemkind und bucht am Nachmittag den Flug nach Hause. Jetzt sind wir nur noch 23.

Moshe Dayan ohne Beine.
Das Programm für heute: More of the same. Zuerst Küste, dann Wüste. Es geht nach San Pedro de Atacama, ins Herz derselben. Dort wartet das Abenteuer auf uns. Geysire, Vulkane, Flamingos. Die ersten zwei Stunden brettern wir im Konvoi auf der Panamericana Richtung Süden. Kaum Verkehr, wir kommen gut voran und öffnen eine Bucht nach der anderen. Tankstopp bei Shell in Tocopilla nach 228 km. Nach der Schmalkost in Bolivien und Peru bekommt Herr Direktor bekommt jetzt eine Delikatesse: 96 Oktan, der Liter für umgerechnet ein Euro fünfzig.

Zweihundert Kilometer Straßen wie diese ...

... oder wie diese ...

oder wie diese.

So viel Landschaft erträgt man am Morgen nur mit ein paar Koka-Blättern,
übrigens nicht aus österreichischem Anbau.
Hier Abzweig in die Berge. Den Pazifik werden wir erst in Patagonien wieder sehen. Die Straße steigt unmerklich, aber stetig an. Keine  halbe Stunde später fahren wir bereits wieder oberhalb von 3.000 m Seehöhe. Um uns wie gewohnt nichts. Kein Grashalm weit und breit, sogar dem Kaktus ist es hier zu trocken.

Diese Gerade wollte nicht aufhören, gefühlte 25 Kilometer lang.
 
Man muss natürlich erwähnen, dass Chile ganz bemerkenswerte Straßen hat.
 Bei San Pedro begrüßt uns der Licanbur, ein ebenmäßig geschnittener Vulkan, der bis 5.916 m reicht. Weiter 15 Vulkane reihen sich neben und hinter ihm auf. San Pedro liegt auf 2400 Metern direkt an der Grenze zu Argentinien. Hier atmet der Gast Hippieflair. Entlang der Hauptstraße Caracoles fädeln sich etliche Bars und Restaurants aneinander. Asphalt ist scheinbar ausdrücklich verboten. Die Gäste schauen nicht aus wie wir. Durchwegs jung, dennoch gegerbte Haut. Zu Tauen verwachsene Rasta-Strähnen. Nur jeder Dritte trägt Schuhwerk. Wahrscheinlich kommt gleich Castanedas Don Juan ums Eck.

Der Licanbur, ein Bild von einem Vulkan.

Eine der Durchzugsstraßen von San Pedro. Asphalt und Mörtel sind hier verboten.
 
Das Tor zum Himmelreich, unserem Hotel Kunza.
Nicht besonders einbruchsicher, aber enorm blickdicht.
 
 
Die Lobby des Kunza mit gutgehender Bar.
Nach dem Dinner im Hotel übernehmen trotzdem den größten Tisch im Café Export, dem Hotspot in San Pedro. Und zeigen wie man in einer guten Stunde den gesamten gekühlten Biervorrat wegräumen kann. Okay, wir waren zu elft, Respekt verschafft einem das trotzdem. Vor allem als wir dann auch noch die lauwarmen Kunstmann-Flaschen restlos verputzt haben.
 
Um Mitternacht noch ein letzter Toast auf Danis Geburtstag. Morgen ist Ruhetag, da wird diese Party weiter gehen.
 
Frühstück am Ruhetag. Am Buffet James Stevenson. Ein Motorradunfall kostete ihn das Bein. Er bremst selten und liegt deshalb auch verdient in Führung


 
Endlich 53! Da kann ich mich ja offenbar noch auf etwas richtig freuen.
 
Poesie in der Wüste.
 

2 Kommentare:

  1. Ja, ja, die britische Wettmafia ... Dabei haben sich die Stephensons das mit dem Zuspätkommen auch noch vom Herbert abgeschaut. aber nicht verzagen, Burschen. Am Ende wird sich die aufrechte, bodenständige und unverwüstliche burgenländisch-waldviertlerische Rennfahrermischung durchsetzen. Die Insulaner katapulieren sich so wie aus der EU ohnedies selbst aus dem Rennen.

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  2. Korrektur: Castanedas Don JUan kam physisch nie über Mexico hinaus soweit ich mich erinnere. Die Coca Blätter dürfte er auch versäumt haben, sein Wirkstoff war Mescalin (Peyote) und hat zu den Ausfallserscheinungen geführt die mich täglich ereilen ( Persistierenden Wahrnehmungsstörungen)
    kep on running

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